Wir suchen Gemeinschaft

Wir hatten eine Idee, in welchem Umfeld unsere Kinder aufwachsen sollen, aber keine klare Vorstellung. Raus aus der Stadt, etwas alternativer, eine gleichwürdige Hofgemeinschaft, generationsübergreifend, sozial und gemeinnützig orientiert.  

Verbindendes Interesse für gemeinschaftlichen Gartenbau zur Selbstversorgung, natürliche Tierhaltung und soziales Engagement… vielleicht auch Permakultur, Recycling, DIY-Projekte… von Aquaponic bis Zivilisationsmüll alles kann, nichts muss… denn wir wollten für andere, neue und nie bedachte Ideen und Möglichkeiten offen sein und bleiben. 

Mit unterschiedlichen Menschen gemeinsame Sache machen.

Wir mögen veganes Essen, sind aber keine Vegetarier. Von Spiritualität lassen wir uns inspirieren, aber nicht infizieren. Wir haben Spaß an Konsumverweigerung, machen daraus aber kein Dogma. Wir sind keine Weltverbesserer, wir wollen uns selbst besser machen und mit unterschiedlichen Menschen, ihren unterschiedlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinschaftliche Sachen machen. 

Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen. Kommt zusammen, Leute, lernt euch kennen...

Vor ca. 2 Jahren sind wir von Berlin ins Vogtland gezogen. Was vielversprechend als Siedlergemeinschaft begann, entpuppte sich als Sippen-Patriarchat. Sonnenhaus Diktatur mit so ganz komischen Spielarten im menschlichen Mit- oder besser Gegeneinander. 4 von 5 Siedler sind nach spätestens einem Jahr wieder geflüchtet, um sich aus den subtil gestrickten Abhängigkeiten wieder zu lösen. Da wir bisher keine Anstalten machten freiwillig wieder wegzuziehen, wurden wir vom Sielder zu Mieter und Nachbarn degradiert. Bei soviel Schwachsinn und dieser Fluktuation, sind wir mittlerweile über jeden Selbstzweifel erhaben. Wobei ich zugeben muss, dass ich lange gehadert habe und die Zeichen nicht sehen wollte. Ich bin überzeugt davon, dass man Gemeinschaft nicht einfach so machen kann, Gemeinschaft kann sich nur entwickeln und wachsen, wie eine junge Pflanze. Aber wenns dem Herrscher nicht gefällt und er junge Triebe willkürlich abbricht, hat die junge Gemeinschaftspflanze keine Chance. Wir müssen uns daher eingestehen, dass wir falschen Versprechungen auf den Leim gegangen sind. Diese Erkenntnis tat weh, denn wir haben hier nicht nur einiges an Zeit, Energie und Geld reingesteckt, sondern auch ganz viel Herzblut.   

Du bist nicht besser als der neben dir. Keiner hat das Recht, Menschen zu regier'n.

Sei es drum, es ist nicht das Ende unseres Traumes von Gemeinschaft. Es ist nur eine negative Erfahrung aus der wir lernen können. Noch einmal werden wir auf solche Blender nicht hereinfallen. Die Vergangenheit liegt hinter uns, unsere Zukunft in Gemeinschaft liegt vor uns und JETZT ist die Zeit reif, dass wir die Menschen kennenlernen, mit denen wir zusammen leben wollen.

Wer wir sind:

ÖkoHippie: (36) ist gelernte Erzieherin und arbeitet seit gut 10 Jahren als pädagogische Betreuerin für geistig- und körperlich behinderte Menschen. Vorher hat sie einige Jahre mit Jugendlichen in einem Jugendzentrum in Neukölln gearbeitet, sowie mit mehrfach Schwerstbehinderten. Sie ist also eine echte Sozialtante, ihr Beruf ist ihre Berufung und ihr liegt der Umgang mit geistig- und körperlich behinderten Menschen. Diese Aufgabe gibt ihr Befriedigung und sie ist dabei auch noch sehr wirkungsvoll. 
Musik ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Schon als junges Mädchen lernte sie Gitarre und spielte früher auch in einer Band. Später hat ÖkoHippie noch eine Zusatzausbildung Musik- und Klangtherapie gemacht und letztes Jahr eine Musikgruppe in der Kita unseres großen Sohnes geleitet.
Immer wenn Voodoo Child von Jimi Hendrix durch die Küche schallt, ist die ökologische Hexenküche eröffnet. Aus natürlichen Zutaten werden Cremes und Salben gerührt. In der Vergangenheit hat sie auch schon hautfreundliche Dusch- und Haarwäschen, oder umweltfreundliche Spül- und Waschmittel selbst hergestellt.    

BioRocker: (51) Informatiker und seit 21 Jahren selbständig. Ich bin weniger ein knallhart kalkulierender Kapitalist, als vielmehr ein anarcho-kommunistischer Teamworker. Ich wollte damals nicht mehr für irgendwelche Schlipsträger arbeiten. Sondern mit Menschen, die dich ich mag, Projekte realisieren, die uns interessieren, für Auftraggeber, die wir respektieren.
Auch wenn man als Selbstständiger eine scheinbare Freiheit genießt, man bleibt trotzdem Sklave eines Ausbeutersystems. Daher spiele ich mit dem Gedanken irgendwann auszusteigen und fahre seit der Geburt unserer Kinder meine geschäftlichen Aktivitäten sukzessive zurück. Sofern dies möglich ist, möchte ich irgendwann nur noch sozial, antikapitalistisch und gemeinnützig tätig werden und als Mensch für andere (bedürftige) Menschen da sein.
Auf Geschlechterrollen pfeifen wir, daher ist die Küche mein Reich. Hier koche ich gerne frisch, backe unsere Brote selbst und halte die Küche natürlich auch sauber. Lediglich die süßen Leckereien, wie Kuchen und Kekse fallen in ÖkoHippies Aufgabenbereich. Ansonsten habe ich an Handwerken, Bauen und Basteln viel Freude. Schau mal unter DIY, wir haben keine gekauften Möbel, alles ist selbstgebaut und viel ist recycelt.
Last but not least interessiere ich mich für alle Arten der Entspannung. Meditation, Yoga, Hypnose, NLP und Binaurale Beats. Aber oft fehlt mir einfach die Disziplin, stetig am Ball zu bleiben. Insofern wäre es schön, mit anderen interessierten Menschen gemeinsam zu meditieren.  

Familie: 2015 und 2017 ist unsere Familie jeweils um einen kleinen Menschen angewachsen. Wir hatten zwei wundervolle Geburten. ÖkoHippie hat unsere beiden Jungs mit Hypnobirthing schmerzfrei und ganz natürlich auf die Welt gebracht.
Für die großen und kleinen Probleme im Alltag mit Kleinkindern, bieten uns die Bücher von Jesper Juul neue Sichtweisen, interessante Handlungsvorschläge und vor allem ganz viel Inspiration.
Kinder sind für ihre Eltern immer eine Bereicherung. Aber mir war vorher nicht klar, welchen Wachstum die Kinder in mir verursachen können. Durch und mit unseren Kindern habe ich so viel gelernt, über mich selbst, aber auch generell über unsere natürliche Menschlichkeit und ich lerne ständig dazu. Dies macht mich derart dankbar und glücklich, dass mir selbst jetzt beim Schreiben die Augen feucht werden ;)