aus dem Karusell

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zum Gemeinschaftsstammtisch.

Seit gut 2 Wochen sind wir wieder zurück aus Teneriffa und ich bin seitdem sowas von produktiv.
Ehrlich gesagt habe ich nun die Befürchtung, dass mich Finanzminister Schäuble für das Bundesverdienstkreuz in pink vorschlägt. Weil ich so geschickt bin, meine geschäftlichen Aufgaben von links nach rechts zu schieben, ohne davon irgendwas auch nur im Ansatz zu erledigen.
Der deutsche Michel und seine Wutbürger könnten sich ein Beispiel an mir nehmen - nix machen, nix kaufen und nur im Kreis denken - damit könnten wir dieses gehirngewaschene Scheißsystem schneller in die Knie zwingen, als Merkel Krise sagen kann. Aber auf mich hört ja keiner, würde ich aber auch nicht machen.

Wie auch immer, vorgestern habe ich auch wieder den ganzen verdammten Tag vor dem Scheißrechner gehangen, zwischen Immobilienportalen auf Wohnungssuche, Fressebuch... und irgendwelchen Linkssammlungen und Portalen mit Gemeinschaften, WGs, Selbstversorgern, Ökodörfer und was weiß ick nicht alles.

Ick weiß einfach nicht, was ich zuerst machen soll. In knapp 2 Monaten kommt unser Sohn auf die Welt und wir werden eine kleine Familie. Aus Kostengründen haben wir uns entschieden vorerst in der 1-Zimmerwohnung zu bleiben. Aber viel länger als ein halbes Jahr wird das nicht gut gehen. Wir brauchen also eine Lösung... und wenn ich ehrlich bin, ich sehne mich nach einem richtigen Zuhause - für uns drei. Für mich steht nun die Frage, Wohnung suchen und schuften gehen, um unseren Sparstrumpf zu füllen und damit den Einstieg in den Ausstieg finanzieren. Doch mit einer größeren Wohnung geht bei den derzeitigen Mietpreisen ein dicker Batzen Geld nur fürs Wohnen drauf und es wird schwieriger bis unmöglich bei einer entsprechenden Miete mal für 2-6 Monate auf Teneriffa zu bleiben. Also wat tun sprach Zeus... aber Zeus antwortet nicht, also dreh ich mich fleißig im Kreis. 

Um diesen Kreis aufzubrechen, sind wir gestern zum Gemeinschaftsstammtisch gegangen. Vorgestern habe ich das ProjektWIR zufällig gefunden. Der Inhalt der Webseite hat mir echt gefallen. Es geht um gezielte Kommunikation und Gemeinschaftsbildung. Gerade unser letzter Besuch auf Teneriffa hat mir gezeigt, dass wir auf dem Gebiet echt noch einiges lernen müssen. So gut Ökohippie und ich in Sachen bewusster Kommunikation auch schon sind, im Umgang mit anderen Menschen klappt das leider noch nicht so gut.
Daher hab ich mich spontan entschieden unbedingt zu dem Stammtisch zu gehen. Wir können im besten Fall nur dazu lernen und vielleicht auch interessante Menschen treffen und mit denen gemeinsam an einem Strang ziehen.

Der Stammtisch fing um 18 Uhr an und ich glaub es hat bis 19 Uhr gedauert, bis dann auch die letzte Penntüte eingetrudelt ist. Dadurch entstanden immer wieder Unterbrechungen und der Stammtisch wirkte insgesamt noch sehr unstrukturiert.
Etwas über eine Stunde haben sich alle Teilnehmer mehr oder weniger kurz vorgestellt. Wer man ist, was man sich vorstellt und ggf. welche Erfahrungen man mit Gemeinschaften schon hat.
Danach wurde dann über einzelne Projekte und Ideen gesprochen. Z.B. den Kauf/Pacht einer alten Ostblock-Schule in Lychen (ca. 100km von Berlin). Auf Fratzebuch gibts dazu eine Gruppe und dort sind auch weitere Fotos von der Schule. Ich fand das Projekt sehr interessant, aber für mich im Moment noch viel zu weit von einer Realisierung entfernt. Schließlich such ich ja im Moment auch kurz- bzw. mittelfristige Lösungen.D.h. aber nicht, dass wir uns da nicht mitreinhängen... wir können uns nur gegenseitig helfen und dabei lernen.
Im Weiteren wurde der "Weltenraum" vorgestellt. Ein kleines Online-Projekt zur Vernetzung.... etc. Ich hab natürlich sofort mal raufgeschaut und dachte WTF, wieso muss von den "Alternativen" jeder sein eigenes Süppchen kochen? Ich meine, es gibt echt gute Plattformen wie z.B. die Informisten, die eigentlich alles schon aufgebaut haben, aber das Ding dümpelt vor sich hin. Die Informisten könnten technisch ein echtes Pendant zu Fressebuch sein, aber die meisten bewegen sich dennoch lieber auf dem verlängerten Arm der Datenkraken und Geheimdienste oder kommen mit kleinen Joomlaanwendungen daher. Wat solls... ich wills nicht schlecht reden. Vielleicht macht es ja Sinn - überall bilden sich kleine Zellen und vernetzen sich so. Online präsent sein und offline aktiv.  

Naja... alles in allem war der Gemeinschaftsstammtisch überhaupt nicht das, was ich erwartet habe. Aber ich bin nicht enttäuscht, keines wegs. Ich denke es ist ein Anfang und mit Sicherheit waren unter den Teilnehmer auch sehr interessante Menschen, die ich gerne wiedertreffen möchte. Letztendlich geht es doch auch darum aus der virtuellen Welt zu treten und Realität zu erschaffen... für mich persönlich jedenfalls. Also müssen wir uns auch real treffen und austauschen, um uns gegenseitig zu supporten. Wir werden daher beim nächsten Gemeinschaftsstammtisch im Juni dabei sein... und mal schauen wohin die Reise geht :-)

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