Paletten-Küche I

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Koch- und Backbereich

Unsere Wohnung ist sehr klein und so auch die Küche mit kaum 12 qm. Aber das war auch die Herausforderung, dort ein gemütliches Nest für 2 Erwachsene und 2 Kleinkindern zu schaffen. 

Die Küche sollte natürlich möglichst funktional, mit Essbereich, aber auch weitgehend kindersicher sein. 100%ige Kindersicherheit  ist eine unlösbare Aufgabe, da sollte man sich keine Illusionen machen. Es ist ja nicht nur, dass die Kinder schnell wachsen, viel schneller ist ihr Einfallsreichtum und vor allem unkalkulierbar. Aber man macht sich den Alltag mit kleinen Kinder schon leichter, wenn man die offensichtlichen Gefahrenquellen berücksichtigt und etwas Spielraum für die kindliche Neugier lässt. Manchmal scheint es mir, dass Kinder gar kein Spielzeug brauchen, denn am interessantesten sind immer noch die Dinge, mit denen die Eltern jeden Tag hantieren.

Geplant habe ich die Küche mit Sweet Home 3D  - ein tolles Open-Source-Projekt. Die kostenlose Version bringt einen Katalog an knapp 100 virtuellen Einrichtungsgegenständen und Möbeln mit - dank diverser Import-Features lässt sich dieser auch selbst um weitere 3D-Modelle ergänzen. Aber ich empfehle allen die kostenpflichtige Version (ca. 15 €) mit einem stark erweiterten Objektkatalog zu kaufen. Denn es geht ja auch darum den Programmierern der Software mit diesem kleinen Obolus unseren Respekt für die tolle Arbeit zu zollen.   

Die Küche hat an 3 Wänden jeweils eine Tür und Strom und Wasseranschluss liegen sich gegenüber. Ausgehend von diesen Gegebenheiten hatte ich einen groben Plan im Kopf. Die Kochstelle musste an die Wand mit dem Starkstromanschluss, die Küchenzeile mit Spüle gegenüber und den restlichen Platz wollte ich für eine Essecke nutzen. 
Ich hatte also einen ungefähren Plan und da ich nicht wusste was ich tue, hab ich mir erst mal ein „Dummy“ für die Kochecke gebaut. Das Gerüst musste stabil und tragfähig sein. Aus Fichtenlatten 2,4 x 4,8 cm (ca. 38 Cent/m im Baumarkt) habe ich mir robuste Kanthölzer gezaubert, verklebt und verschraubt. 

Ich musste alles ausprobieren… reicht der Platz zum Kochen und in welcher Höhe will ich das Kochfeld haben? Man findet im Netz Vorgaben und Empfehlungen für eine ergonomische Höhe des Kochfeldes. Aber die Werte wechseln auch mit der Mode, schließlich wollen die Küchenverkäufer ihre Küchen verkaufen. Ich musste also selber ein Gefühl dafür bekommen. Auf Probe kochte ich ein Luftmenu für Luftgitarrenspieler...

Das Induktionskochfeld und den Backofen haben wir uns neu gekauft. War ne ewige Suche, guter Preis, gute Qualität und gutes Gewissen... KKT Kolbe war dann meine Wahl. Ob ich es wieder kaufen würde? Keine Ahnung, aber wir sind bisher weitgehend zufrieden mit den Geräten.

In der alten Wohnung hatten wir den Backofen unter dem Kochfeld, also für Kinder erreichbar. Es gab nie gefährliche Situationen am Backofen, oder gar Verbrennungen. Trotzdem wollten wir jetzt den Backofen oben haben. Unsere Jungs sind heute fast 2 und 3,5 Jahre alt... und wenn die Pizza im Ofen duftet, holen die Beiden sich den Hochstuhl und klettern halt rauf. Man hat also nur bedingt mehr Kindersicherheit.  
Da soweit alles passte, konnte nun eine ordentliche Arbeitsplatte zugeschnitten werden. Ich habe mich für Buche Leimholz 200 x 80cm x 27mm entschieden und diese nachher mit Osmo Hartwachs schwarz behandelt. 
Dann hab ich schon angefangen mit der Verschalung zu experimentieren. Über Bekannte habe ich 10 Einwegpaletten bekommen. Es gibt im Netz 1000 Tutorials wie man Paletten auseinandernehmen kann. Für ein größeres Projekt, kann man sich sehr geniale Tools bauen, aber ich hab die Methode mit dem Kuhfuß genutzt. Kraft trifft Gefühl...

Wichtig waren nun die Schubladen. Ich wollte nun auch für die Schubladen die Maximale Tiefe ausnutzen. Etwas Platz musste ich jedoch lassen, da das Kochfeld unterseitig belüftet wird und die Luft dort zirkulieren muss. Ich habe mich daher für eine Schubladentiefe von 600mm entschieden.

Von Schubladenauszügen hatte ich bisher kaum Ahnung und wenig Erfahrung. Ich wollte auf jeden Fall Vollauszüge und gerne auch etwas Komfort wie einen Soft-Close-Mechanismus. Nach ausgiebigen Recherchen habe ich den Händler meiner Wahl gefunden: so-tech.de bietet im Vergleich zu den üblichen Verdächtigen aus dem Baumarkt vor allem faire Preise und ein umfangreiches Sortiment. Diverse Schubladenauszüge aus dem so-tech-shop kann man zwar auch bei polnischen Händler noch etwas günstiger erstehen.
Für die meisten Schubladen haben ich die „SO-TECH® FullSlide Schubladenauszüge mit Soft-close“ gewählt. Aber ich wollte ja auch Erfahrungen sammeln und habe je nach Anwendung auch andere Auszüge gekauft. Für Schubladen die nicht so häufig verwendet werden habe ich auch günstigere Auszüge genommen, aber ebenfalls Vollauszüge mit Soft-Close. Die FullSlide-Auszüge sind natürlich immer etwas besser, ob im Gebrauch oder beim Verbauen schon komfortabler.

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Wie bei den ganzen DIY-Projekten habe ich immer versucht sparsam mit Materialien umzugehen und um nicht jedes Brett im Baumarkt neu kaufen zu müssen. Von unserer alten Wohnung gab es genug „Altholz“, vor allem billiges Pressholz mit Plastik-Beschichtung bspw. von ausgedienten Regalen.
Aus diesem Altholz habe ich mir den Korpus der Schubladen zurecht gesägt und an allen Seiten eine Nut für die Bodenplatte gesetzt. Lediglich die Bodenplatten der Schubladen aus 3mm Pappel Sperrholz habe ich im Baumarkt neu kaufen müssen, alles andere ist komplett recycelt.

Die untersten Fächer sind immer Rollcontainer, die erforscht und ausgeräumt auch als Kiinderversteckfahrzeug dienen können... :-)

Bei konventionelle Küchen sammelt sich unter und hinter den Küchenmöbel ein Langzeitlager für Dreck und Staub. Um diese Bereiche schnell und einfach sauber zu halten, habe ich mich dazu entschieden unten Rollcontainer zu bauen. So brauche ich die Container nur rausziehen und kann dort unten schnell saugen, oder auch mal wischen. Da wir jetzt auch ländlich leben, kann ich die Mäuse da fangen, wo sie sich verstecken.

diykueche092Da die Paletten aus verschiedenen Holzarten bestehen, habe ich die Bretter entsprechend nach Art und Farbe sortiert. Die Paletten-Bretter habe ich gehobelt und geschliffen (300er), mit Holzdübeln verbunden und verleimt. Anschließend wurden die Bretter entsprechend der Schubladengrößen zurecht gesägt und von Innen an die Schubladenfronten verschraubt. Zum Abschluss habe ich die Bretter noch mit Leinölfirnis behandelt.  

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 TODO...über dem Backofen bau ich mir grad noch ein Gärschränkchen für unsere Sauerteigbrote. Damit wir dann an den Gärschrank besser rankommen, hat der untere Container vorne eine Stufe.