Pimp my Buggy

Ökohippie ist mal wieder dem Konsum verfallen... nicht wirklich, denn wir brauchten tatsächlich einen passenden Buggy. Der Kinderwagen vom Cousine ist zu klein geworden und passte nie ins Auto. Das Tragetuch ist auch nicht in jeder Lebenslage praktisch und auf Dauer doch eine merkliche Belastung für den Rücken. Also sind wir durch ein paar Läden gedackelt, mein Gott, sind die Dinger teilweise teuer und aus Plastik ist trotzdem alles. Da zahlt man bei den wertigeren Buggys locker 2/3 nur fürs Marketing drauf... und bekommt den selben Schrott nur mit Design.

Da uns Design Wurst ist, haben wir uns im Gebrauchtmarkt umgesehen und selbst da waren mir die Preise zu hoch, also im Vergleich zu Neuware mit Garantie. Wir haben überall mal quer gelesen und eigentlich war alles Scheiße. Bei Ökotest waren im test alle Buggys mehr oder weniger chemisch verseucht. Das beruhigte, so konnte man in diesem Punkt nicht viel falsch machen. 
Was ist sonst an so einem Buggy wichtig? Luftreifen, Vollgummi, Plastik? Ich hab keine Ahnung und vor allem keine Vergleichsmöglichkeiten. Es bewährt sich daher alles erst im Alltag, oder eben nicht. Wir brauchen einen Buggy, der ins Auto passt und uns war wichtig, dass das Baby entgegen der Fahrtrichtung, also zu den Eltern sehen kann. Denn wenn es in der Stadt wieder eng wird, wackeln vor Babys Nase nur Beine und Hundeärsche oder es blickt in den tropfenden Auspuff von nem SUV. 

Wir haben uns auf Grund einer Empfehlung für so ein KlappdingsbumsBuggy für 140 € entschieden und als der nach knapp einer Woche endlich kam, war der Buggy eins fix zusammengebaut. Damit war er insoweit schon mal praktisch, was den Transport im Auto angeht und klein genug ist er auch.Kind und Kegel waren noch unterwegs und ich stellte den Buggy nach einer Probefahrt durch die Wohnung ins Wohnzimmer. Als ich nach einer halben Stunde wieder reinkam, merkte ich wie der Buggy ausdünnstet und chemisch stinkt. Ökotest hatte es ja angekündigt... also durfte sich das Teil erst mal auf dem Balkon auspupsen. Ansonsten machte der Buggy einen wertigen Eindruck, wenn er auch etwas klapprig wirkte, aber dafür war er eben auch sehr leicht.
Endlich kamen meine Zwei nach Hause und ich konnte die Kompabilität von Buggy und Baby testen. Reingesetzt, angeschnallt, umgedreht, rumgefahren, abgedreht und angefahren... passt wackelt und hat Luft, Sonnenschutz und Einkaufkorb - perfekt. Sollte zu uns passen das Ding. 
Im Alltag hat der Buggy aber seine Schwächen. Die kleinen Räder mit ca. 12cm Durchmesser sind aus Plastik. Auf den schlecht gepflasterten Gehwegen in Neukölln fürs Baby wie für den Buggyschubser kein Vergnügen, vor allem wenn man dann etwas zügiger unterwegs ist... laut und rappelig. 

Daher hatte ich die Idee den Buggy zu pimpen. Es kamen einige Optionen in Frage, unter anderem auch ein alternatives Rollsystem ähnlich den RollerBlades oder Inline-Skates. (siehe hier und einen interessanten Fachhändler für Rollen und Räder hatte ich ebenfalls schon gefunden.) 
Auf meiner Internetsuche nach Inspiration haben ich natürlich auch solche unnützen Spielerrei wie einen beleuchteten Unterboden für Kinderwagen gefunden... aber trotzdem cool. Naja und da ich bereits einiges mit LED-Streifen gebaut habe, fand ich auch dieses Video über einen RGB-LED-Streifen und Controllersystem

Hier noch mal eine Übersicht von 24 Hacks für Kinderwagen und Co. : http://walyou.com/geek-strollers/

Update 30.09.2016
Bisher ist aus dem Pimp My Buggy nix geworden. Klar hätte ich gerne andere Räder angebaut. Aber das Scheißding hat 140 Tacken gekostet und fürs crusen durch die Shopping-Center ist der Buggy ideal geeignet. Okay, machen wir nicht so oft... aber wir müssen dennoch zum Einkauf in den Supermarkt etc... und dort wäre uns ein Umbau mit Monstertruckreifen auch nicht hilfreich. Ich sehe im Moment keine Möglichkeit die aktuelle Beräderung mit einer flexibel Outdoor-Bereifung zu kombinieren, ohne den Buggy kaputt zupimpen oder seine Funkionalität stark einzuschränken. Also habe ich es bisher gelassen... da wir aber nun noch ein Kind bekommen, wird uns das Thema Kinderwagen und Buggy weiterhin beschäftigen. Darum werde ich unseren aktuellen Buggy nun mit LED-Schnickschnack herbst- und wintertauglich machen. Schließlich ist es wichtig, dass wir in der dunklen Jahreszeit im Straßenverkehr gut zusehen sind. Inspiriert von diesem Fahrrad mit EL-Draht werde ich als gern Konsumverweigerer doch mal wieder bei Amazon Überfluss-Elektro-Müll aus China ordern und am Buggy erste Test zu machen. Es gibt aber auch noch andere coole Beleuchtungseffekte, die man damit umsetzen kann.    

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